Kategorie-Archiv: Montagen, Tips und Tricks

Hier finden Sie ein paar Beiträge zu von mir verwendeten Montagen

Welsmontagen und ihre Einsatzgebiete

Wohl keine Montagen in der modernen Angelfischerei sind so aufwendig und oft auch kompliziert, wie die Montagen auf Wels / Waller.

Deshalb hier eine kleine Erläuterung der gängigsten Montagen.
(Erweiterungen werden folgen)

Prinzipiell kann man die Montagen in zwei Bereiche unterteilen.

Die Oberflächenmontagen und die Grundmontagen.

Es gibt aber auch sehr viele Sonder- bzw. Mischformen.

ANMERKUNG:

Auch wenn es hier beschrieben ist, ist das Fischen mit lebenden Wirbeltieren

(Köderfischen) in Deutschland verboten.

Oberflächenmontagen:

Normale Posenmontage

Aufbau und Materialien:

Hier wird wie bei der Posenangelei auf Hecht, Forelle usw. eine gestoppte Pose auf die Hauptschnur montiert. Bei der Welsfischerei werden meistens Durchlaufposen verwendet, es gibt aber auch sog. Wagglerposen. Die Tragkraft der Pose variiert von 60 gr. Tragkraft bis 400 gr. Tragkraft. Wichtige Faktoren bei der Wahl der Tragkraft sind u.a. Ködergröße, ob mit lebendem oder totem Köder geangelt wird und Strömungsverhältnisse. Je mehr Strömung, desto mehr Blei wird benötigt um den Köder auf die Gewünschte Tiefe zu bringen, desto größer muss also auch die Pose ausfallen. Das Blei variiert also ebenfalls. Es kann von 40 gr. bis 250 gr. (je nach Posengröße) verwendet werden.

Einsatzbereiche:

Die normale Posenmontage kann zum stationären (klassischen) Posenangeln verwendet werden, wobei hier der Köder geworfen bzw. mit einem Boot oder Köderboot ausgelegt wird. Außerdem kann diese Montage zum Driftfischen eingesetzt werden. Das Driftfischen geschieht vom Boot. Man lässt sich einfach mit der Strömung (eines Flusses) treiben und fischt die Montagen um das Boot herum, oder auch direkt am Boot. Wahlweise kann das Driftfischen mit dem sog. Klopfen kombiniert werden. Hierbei wird während des Driftens mit einem speziellen Wallerholz auf die Wasseroberfläche geklopft, um die Welse anzulocken.Auch ist es möglich die Posenmontage am Sideplaner zu fischen. Ein Sideplaner ist ein Scherbrett, welches den druck des Wassers ausnützt um den Köder in der Strömung zu halten.

Kranmontage

Aufbau und Materialien:

Der Aufbau der Kranmontage benötigt etwas Vorbereitung. Das etwas komisch anmutende Konstrukt, Kran genannt, dient dazu einen lebenden Köderfisch (sich nicht bewegende Köder am Kran machen wenig Sinn) direkt an bzw. unmittelbar unter der Wasseroberfläche anzubieten.Hierbei wird eine Styroporkugel dezentral (etwas mehr auf einer Seite des Rohrs als auf der anderen Seite) auf ein Kohlefaserrohr gesteckt (siehe Abbildung). An der kürzeren Seite des Rohrs wird ein Blei mit ca. 150 gr. bis 500 gr. (kommt auf die Kranlänge, Position der Styroporkugel und auf die Größe der Köfis an) befestigt. Durch das Rohr wird die Hauptschnur gefädelt, sodass man am längeren Ende der Rohrs einen großen Wallerwirbel anbinden kann. Die Schnur muss dabei vor den Kannten des Rohrs geschützt werden.Aquariumschlauch wird dafür sehr oft verwendet.In den angebrachten Wirbel wird nun ein Vorfach eingehängt, welches auch wiederum auf die Länge des Knochens bzw. dessen Winkel im Wasser angepasst wird, sodass der Köfi verführerisch auf bzw. unmittelbar unter der Wasseroberfläche spielt.

Einsatzbereiche:

Die Kranmontage kann man vom Boot oder vom Ufer angeln. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Montage prinzipiell nicht geworfen werden kann und frei herumtreibt. Um den Kran an einer stelle im Gewässer zu fixieren, kann man vor den Kran ein Blei (ca. 200 gr.) auf die Hauptschnur ziehen. Dadurch kann der Kran nicht mehr treiben. Bei vorgeschaltetem Blei kann die Kranmontage mittels „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte) auch geworfen werden.

Wichtig: Um diese Montage mit der  „zwei Ruten-Technik auszulegen, muss vor dem Kran nochmals ein Wirbel angebracht werden, wo dieser dann eingehängt wird.

Grundmontagen:

Normale Grundmontage:

Aufbau und Materialien:

Diese Montage kommt sehr nahe an die Grundmontage heran, die auch z.B. zum Aal- oder Karpfenfischen verwendet wird. Sie besteht aus einem Grundblei (meist 100 gr. bis 500 gr.), das auf einem Seaboom montiert wird, welcher wiederum auf die Hauptschnur geschoben wird. Anschließend noch eine Shockabsorber-Perle auf die Hauptschnur und diese dann an einen starken Wallerwirbel geknotet. Das Vorfach besteht wie bei allen anderen Welsmontagen aus einem ca. 1mm dickem Kevlar-, Dyneema- oder Monomaterial und ist in der Länge sehr variabel.

Einsatzbereiche:

Die Normale Grundmontage kann eigentlich so gut wie überall eingesetzt werden. Der Gewässergrund sollte aber nicht unbedingt von versunkenen Olivenhainen (Rio Ebro in Spanien) übersäht sein. An der Grundmontage kann die komplette Köderpalette gefischt werden, die beim Welsangeln zum Einsatz kommt. Lebender oder toter Köfi, Tintenfisch, Tauwurmbündel, Hühnerdärme, Maulwurfsgrille und Blutegel, um nur ein paar der fängigsten Köder zu nennen. Außerdem wird diese Montage vor allem am Po in Italien zum sog. Schleifen eingesetzt. Hierbei wird der Köder (meist lebender Köderfisch) während dem Driftfischen hinter dem Boot am Grund geschliffen, um auch noch müde Welse zum Biss zu animieren. Diese Methode ist allerdings mit sehr vielen Hängern verbunden und kann zu einer richtigen Materialschlacht werden. Mit einem besonderen Haarvorfach (wie wir es aus der Karpfenszene kennen, nur größer) kann die Grundmontage auch zum Fischen mit Pellets auf Wels eingesetzt werden. Diese Montage kann sehr gut geworfen werden.

Unterwasserposenmontage:

Aufbau und Materialien:

Die Unterwasserposenmontage ist im Grunde genommen nur eine Weiterentwicklung der Grundmontage. Der Aufbau der eigentlichen Montage bleibt bestehen, es ändert sich lediglich der Aufbau des Vorfaches. Das Vorfach bei der U-Pose (wie die Unterwasserpose auch genannt wird) ist bedeutend länger als bei der Grundmontage. Längen von 1 m bis 2,5 m sind oft keine Seltenheit. Auf das Vorfach wird ein Auftriebskörper montiert und ca. 10 cm bis 15 cm vom Haken entfernt fixiert. Das ist im Grunde schon alles. Im Normalfall verwendet man Auftriebkörper von ca. 200 gr. Tragkraft und Bleie mit einem Gewicht von 300 gr. Das Blei muss immer schwerer sein, wie die U-Pose an Tragkraft verfügt. Der Köder wird durch den Auftrieb der U-Pose gehindert, sich am Grund in einem Hindernis festzusetzen.

Einsatzbereiche

Der U-Posenmontage kann prinzipiell überall dort gefischt werden, wo die Grundmontage auch gefischt wird. Ihre eigentliche Stärke liegt allerdings in der Flussangelei, aber auch zum Schleifen (siehe Einsatzbereiche der Gundmontage) wird sie eingesetzt. Im Gegensatz zur klassischen Grundmontage kann diese Montage mit der „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte) ausgebracht werden.

Knochenmontage:

Aufbau und Materialien:

Die Knochenmontage benötigt, wie die Kranmontage eine gewisse bastlerische Vorbereitung. Die Montage selbst ähnelt der Kranmontage, doch wird der sog. Knochen nicht extra mit Blei beschwert. Der Knochen besteht aus einem Kohlefaserrohr (ca. 2 m Länge), auf dem an beiden Seiten eine Styroporkugel montiert und fixiert ist. Beim Bau des Knochens ist der Bastler gefragt und somit gibt es zig Varianten, wie man diesen baut. Zuerst wird ein Grundblei (200 gr. bis 500 gr.) mit Hilfe eines Seabooms auf die Hauptschnur gefädelt, dann der Knochen, eine Shockabsorber-Perle und anschließend wird der Wirbel angeknotet. In den Wirbel wird das Vorfach eingehängt, welches aber auf keinen Fall länger sein darf, wie der Knochen lang ist.

Einsatzbereiche:

Der Knochen kann prinzipiell überall dort gefischt werden, wo die Grundmontage auch gefischt wird. Es ist allerdings zu bedenken, dass aufgrund der geringen Tiefe der Köderpräsentation (nur vorfachtief), diese Montage über einem 25 m Loch nicht wirklich effektiv ist. Vor allem in starker Strömung kann es sein, dass das Blei aufgrund des hohen Wasserwiderstandes des Knochens nicht den Gewässergrund erreicht. In solch einem Fall muss man natürlich, um den Knochen zu fixieren, das Blei etwas schwerer wählen. Nach dem Auswerfen muss in jedem Fall das Blei den Gewässergrund erreichen, bevor man anschließend die Schnur ein wenig strafft, um den Wirbel bis zum Knochen zu ziehen und dadurch den Knochen zu fixieren. Das Ausbringen geschieht mittels Boot oder der „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte).

Wichtig: Um diese Montage mit der  „zwei Ruten-Technik auszulegen, muss vor dem Knochen nochmals ein Wirbel angebracht werden, wo dieser dann eingehängt wird.

Sonder- und Mischformen:

Abrissmontage auf Grund:
Aufbau und Materialien:

Der Aufbau dieser Montage ist prinzipiell derselbe wie bei einer U-Posenmontage. Einziger Unterschied ist die Beschwerung. Diese geschieht nicht wie bei der U-Posenmontage mit einem Blei, sondern mit einem Stein von ca. 2 kg bis 7 kg. Der Stein wird mittels einer Reißleine (monofile Schnur mit 0,20 mm bis 0,40 mm Durchmesser) an den Seaboom gebunden. Nach dem Ausbringen der Montage wird die Schnur unter Spannung gesetzt und die Rute, mit fast geschlossener Rollenbremse, in einen speziellen Bojen- bzw. Brandungsrutenhalter abgelegt. Beißt nun ein Wels an, so hakt er sich aufgrund des Steines selbst und sprengt die Reißleine. Durch das Zurückschnellen der Rutenspitze wird der Anhieb ganz automatisch gesetzt (man sollte nur schnell genug an der Rute sein)

Einsatzbereiche:

Prinzipiell besitz die Abrissmontage auf Grund, bis auf das Schleifen, dieselben Einsatzbereiche wie die U-Posenmontage. Ein großer Vorteil der Abrissmontage auf Grund gegenüber der U-Posenmontage ist, dass sie auch bei sehr starker Strömung gefischt werden kann. Wenn die Schnur zusätzlich 2 m bis 3 m nach der Rute nun noch zum Gewässergrund abgesenkt wird, kann man diese Montage sogar an Flussabschnitten einsetzten, an denen ein reger Bootsverkehr herrscht, ohne die Boote zu behindern. Ein Boot zum Ausbringen ist hierbei unumgänglich.

Abrissmontage mit Pose:

Aufbau und Materialien:

Bei der Abrissmontage mit Pose benötigen wir einen Gegenstand im Wasser oder am Ufer, an dem wir unsere normale Posenmontage anbinden können. Das Anbinden geschieht wiederum über eine Reißleine. Diese wird entweder an einer extra hierfür an der Pose angebrachten Öse angebunden, oder in einen, oben und unten gestoppten Wirbel, auf der Hauptschnur, über der Pose, eingehängt. In der heutigen Zeit ist allerdings die klassische Reißleine nicht mehr in Mode und man verwendet sog. Bojenclips. In diesen Clips wird die Hauptschnur schonend eingeklemmt. Wie bei der Abrissmontage auf Grund wird nach dem Auslegen der Montage die Schnur gespannt, um denselben Effekt zu erzielen wie bei der Abrissmontage auf Grund. Doch nicht immer hat man einen Gegenstand im Wasser an der gewünschten Stelle, an dem man die Reißleine anbringen kann. Deshalb verwendet man sog. Bojen, wo die Reißleine angebracht wird. Die Boje ist oft ein einfacher 10 l Wasserkanister, der mit einem Seil und einem schweren Stein oder einem anderen Gewicht im Gewässer platziert wird.

Einsatzbereiche:

Die Bojenmontage wird gerne in hindernisreichem Terrain gefischt, da der Köder ohne Grundkontakt der eigentlichen Montage gut an einer Stelle fixiert werden kann. Vor allem in Flüssen wird diese Montag verwendet, um den Köder lange Zeit an einer Stelle anzubieten und dadurch den ein oder anderen Wels aus der Reserve zu locken. Ein Boot zum Ausbringen ist hierbei unumgänglich.

… So das wars jetzt erstmal.

Die es immer wieder Weiterentwicklungen bzw. Neuheiten gibt, wird dieser Montagebericht öfter mal aktualisiert.

Rich Bitch

Zander auf die feine Art

Stizostedion lucioperca (lat.), ein “heikler” Fisch, der Zander
Mit der richtigen Gerätezusammenstellung und der richtigen Methode kommt man dem Erfolg näher.

Beim Zanderangeln unterscheidet man zwei Gruppen von Anglern. Die einen sind Suchangler, d.h. sie befischen lange Uferstrecken mit vorwiegend künstlichen Ködern wie Z.B. Twistern, Spinnern, Wobblern oder Löffeln.
Die anderen, zu denen auch ich mich zähle, sind Ansitzangler.
Ein fester Platz wird ausgewählt, und als Köder dienen vorwiegend tote Köderfische oder Fischfetzen.
Man sieht immer wieder, dass mit viel zu grobem Geschirr auf Zander gefischt wird. Weshalb viele Angler trotz intensiver Bemühungen immer noch keinen Zander gefangen haben. Diese betroffenen Personen wird dieser Bericht hoffentlich ansprechen.

Ich bevorzuge sog. Matchruten mit einem Wurfgewicht von 25-50 Gramm. Ob man eine Steck- oder Teleskoprute wählt ist Geschmackssache. Es muss auch keine Rute aus der oberen Preisklasse sein, aber man sollte nicht zum Billigsten greifen.
Wichtig ist, dass die Rute gut in der Hand liegt und nicht kopflastig ist. Also vor dem Kauf ruhig vor dem Laden ein paar „Probewürfe“ machen. Die Rutenlänge richtet sich in erster Linie nach dem Gewässer. Ideal ist meines Erachtens eine Länge von 3,80m, wenn aber der nötige Platz zum Hantieren mit solch langen Ruten fehlt, sollte man besser zu kürzeren Modellen greifen.

Leichte Rute plus leichte Rolle

An solch eine leichte Rute gehört eine passende, entsprechend leichte und kleine Rolle. Ich habe mich für die Blue Arc von Spro entschieden. Dank ihrer sieben Kugellager läuft sie ruhig, und die Einstellung der Bremskraft ist optimal möglich.
Die Schnurstärke ist abhängig von den Gewässergegebenheiten. Ist das Wasser frei von Hindernissen, reicht eine 0,20mm starke Schnur völlig aus.
Sie Spule sollte bis knapp unter den Rand befüllt sein, so läuft die Schnur beim Werfen und beim Biss leichter ab. Gerade beim Biss sind Zander sehr empfindlich, wenn die Schnur von der Rolle abgezogen wird!
Eine bestimmte Schnur zu empfehlen ist bei dem Riesenangebot auf dem Markt fast unmöglich. Ich würde dunkle Schnüre mit sehr geringer Dehnungsfähigkeit bevorzugen.

 

 

 

 

 

Nun zur Montage:

Um zusätzliche Schwachstellen zu vermeiden kann man den Haken direkt an die Hauptschnur knüpfen. Man kann aber selbstverständlich auch mit Vorfach fischen.
Als Haken benutze ich dünndrahtige Einzelhaken der Größe 6, die sich aber nicht aufbiegen dürfen. Die Hakenspitze muss lang, extrem scharf und spitz sein!
Oberhalb des Hakens sitzt das freilaufende Blei. Wenn man mit Haken an der Hauptleine fischen will muss man zwischen Blei und Haken einen Stopper knoten, damit das Blei nicht an den Hakenschenkel rutschen kann. Wir wählen das Bleigewicht immer so leicht wie möglich. Abstand zwischen Haken und Blei: ca. 40-60cm. Als Köder dienen kleine schlanke Weißfischen con 4 bis 6 cm Länge (Rotaugen, Rotfedern, Lauben oder Aitel). Diese Köderfische kann man leicht mit einem feinmaschigen Senknetz und etwas Futter beschaffen.
Alternativ kann man aus größeren Köderfischen kleine Streifen (Fetzen) schneiden.

Der Köder muss auftreiben

Nachdem der Köderfisch getötet ist schiebe ich zwei oder drei Auftriebskörper (Styroporkugeln 3-4mm) durch das Maul in die Bauchhöhle des Fischchens. Im Köderfischeimer kann man einfach die Auftriebsfähigkeit des Köderfischchens überprüfen. Der Haken kommt durch Unter- und Oberkiefer des Köders, und fertig ist die Zanderangel.
Nach dem Auswerfen des Köders wird die Rute auf zwei Halter gelegt. Der Rollenbügel bleibt offen. Ein kleiner, flacher Stein dient tagsüber als Bissanzeiger. Nachts verwende ich einen elektrischen Bissanzeiger oder ich verwende Knicklichter.

Um mir die Fangchancen noch zu erhöhen werfe ich von Zeit zu Zeit eine kleine Portion Friedfischfutter direkt auf die Einwurfstelle unserer Angel. Auf die kleinen Weißfischchen fällt außerdem noch so einiges anderes herein: Barsch, Forelle, Hecht und so manch guter Aal konnte nicht widerstehen. So kommt es auch zu angenehmen Beifängen. Treten verstärkt Hechte auf empfehle ich ein dünnes, geschmeidiges Stahlvorfach zu verwenden. Noch ein Tipp am Ende:
Schlagen sie nicht zu spät an! Dank der geringen Köderfischgröße wird ein früher Anschlag fast immer sitzen, und untermäßige Fische können schonend zurückgesetzt werden.

Petri Heil

wünscht euch

Michael

Stahl für Freund Esox

Dass zum Fang eines Hechtes ein Stahlvorfach notwendig ist, weiß selbstverständlich jeder, zumindest wir Angler. Aber auch beim Angeln auf andere Raubfische, egal ob auf Barsch, Forelle oder Zander, ist man auf bissfeste Vorfachmaterialien angewiesen, wenn auch Hechte in dem Gewässer vorkommen! Dabei spielt es keine Rolle ob wir mit Natur- oder Kunstködern fischen. Da unterscheiden sich höchstens die Vorfachlängen.

In den Angelläden gibt es eine Vielzahl an fertigen Raubfischvorfächern. Ich persönlich war aber mit den gekauften Fertigvorfächern selten zufrieden, weshalb ich mittlerweile ausnahmslos mit Eigenanfertigungen fische. Deshalb auch dieser Bericht passend zur Raubfischzeit um vielleicht den einen oder anderen Kollegen davon zu überzeugen auch umzusteigen. Es ist ganz einfach und auf keinen Fall teurer!
Was braucht man?
Klemmhülsen, Vorfachmaterial (Stahl), Wirbel (Cross Lock Snaps), Karabiner und Klemmhülsenzange

Verschiedene Vorfachmaterialien:
– Das bekannteste Hechtvorfach ist das Stahlvorfach.  Es gibt es in verschiedenen Stärken und ist 100% bissfest. Das wohl Meistgebrauchte ist das 7×7 (besteht aus 49 Strängen), da es sehr flexibel ist und sich deshalb vor allem zum Anbieten von toten Köderfischen anbietet. Allerdings neigt es leicht zum Verdrallen und ist deutlich teurer als andere Geflechte wie zum Beispiel das 1×19 oder 1×7. Diese sind also eher für das Spinnfischen geeignet.
– Ein weiteres geflochtenes Vorfachmaterial zum Raubfischangeln ist das Kevlarvorfach. Es ist sehr weich und lässt sich gut knoten. Allerdings ist es nicht bissfest! Und im Vergleich zur Tragkraft relativ dick, also gut sichtbar für Freund Esox. Also bestenfalls verwendbar zum Wallerfischen, nicht aber auf Hecht!
– Das neueste Vorfachmaterial ist das Hardmono. Es besteht aus sehr abriebfestem Kunststoff. Hersteller und Presse verkaufen es uns als DAS Raubfischvorfach. Jedoch habe ich schon mehrmals gelesen, dass Hardmono unter 0,6mm durchgebissen wurde! Es hat auch sicherlich nicht die Eigenschaften wie Fluorocarbon, dass es unter Wasser unsichtbar sein soll. Da es aus einem ganz anderen Ausgangskunststoff besteht. Also ich persönlich bin dem Hardmono gegenüber sehr skeptisch!

Abschluss zum Thema Vorfachmaterial:
Kommen  in dem Gewässer, in dem man angeln will Hechte vor, dann kommt meiner Meinung nach nur Stahl in Frage. Alles andere wäre nicht waidgerecht. Und stellt euch mal vor euch kommt der Hecht eures Lebens aus, weil er das Vorfach durchbeißt! Davon abgesehen, dass er mit vernageltem Maul weiterschwimmen muss und evtl. sogar daran eingehen kann.

Herstellung:
Als erstes schneide ich mir ein Stück Geflecht ab. Länge: Spinnfischen mindestens 30cm, Naturködervorfach mindestens 60cm. Besser zu lang als zu kurz! Je Schlaufe, die man quetscht braucht man ca. 5cm, diese 10cm beim Abschneiden mit einrechnen.
Die Verbindung zwischen Hauptschnur und Vorfach erfolgt mittels eines Wirbels. Dazu das Geflecht durch eine Hülse führen, Wirbel aufschieben und das kurze Stahlende wieder zurück durch die Hülse schieben. Die Schlaufe nicht zu eng ziehen. Wenn alles passt kann man die Hülse mit einer Zange quetschen. Am besten verwendet man dazu eine spezielle Klemmhülsenzange um 100%igen Halt zu erreichen. Wer ganz auf Nummer Sicher gehen möchte schiebt das Geflechtende noch ein drittes Mal durch die Klemmhülse. Das ist aber nur dann notwendig, wenn die Hülse einen großen Durchmesser im Vergleich zum Durchmesser des Stahlgeflechts hat. Und genau auf diese Weise befestigt man am anderen Ende des Vorfachs dann den Cross Lock Snap (als Spinnfischvorfach) oder den/die Haken (Köderfischvorfach). Ich hoffe man kann es auf den Fotos gut genug erkennen.

Viel Erfolg beim Basteln und dicke Rauberer!!!






Montieren eines Gummifisches mit Angstdrilling

Wir benötigen:

– Gummifische

– Passende Jig Haken

– Drillinge

– Hardmono- oder Stahlvorfach

– Quetschhülsen

– Quetschhülsenzange

– Kleine Schere

– Ködernadel (nicht auf dem Bild zu sehen)

Schritt 1:

Als erstes legen wir den Jighaken neben oder (wie auf dem Bild gezeigt) über unseren Gummifisch.Dies dient nur dazu, um die Austrittsstelle des Jighakens an unserem Gummifisch zu lokalisieren.

Anmerkung: für 13 cm bis 15 cm lange Gummifische verwende ich Jighakengrößen von 4/0 bis 6/0 mit einem Gewicht von 10 gr bis 25 gr, je nach Stömungsverhältniss.

Schritt 2:

Wir stechen nun den Jighaken in den Gummifisch und treten mit dem Haken an der, in Schritt 1 bestimmten Stelle, aus dem Gummifisch wieder aus.

Wichtig hierbei ist, dass der Gummifisch zwischen dem Haken und dem Öhr einen Buckel macht (auf dem Bild etwas übertrieben dargestellt). Dadurch erhält der Gummifisch einen schönen Lauf. Wenn der Gummifisch (Gufi) in diesem Bereich ein Hohlkreuz macht, kann das den Lauf des Gufis negativ beeinflussen. Den Buckel erreicht man indem man den Haken tief im Gufi durchführt. Macht der Gufi ein Hohlkreuz, so wurde der Haken zu hoch im Gufi durchgeführt.

Nach Schritt 2 könnte man schon mit diesem Gummifisch ans Wasser und den Raubfischen nachstellen, doch hat die Vergangenheit gezeigt, dass ohne einen sogenannten Angstdrilling viele Fische nicht hängen bleiben.

Der Name Angstdrilling kommt einfach nur daher, dass man eben die Angst, dass die Fische nicht hängen bleiben durch diesen Drilling aus dem Weg räumt.

Schritt 3:

Nun benötigen wir das Vorfachmaterial (ich bevorzuge Hardmono in der Stärke 0,8 mm), die Qutschhülsen (für 0,8 mm Vorfach werden Quetschhülsen mit 1,0 mm Durchmesser benötigt) und die Drillinge (bei ca 13 cm bis 15 cm langen Gufis verwende ich Drillinger der Größe 4 von VMC)Zuerst schieben wir eine Quetschhülse auf das Vorfachmaterial. Anschließend kommt der Drilling auf das Vorfach und das kurze Ende des Vorfaches wird erneut durch die Quetschhülse geschoben, sodass der Drilling in einer Schlaufe liegt. Bitte beachten Sie, dass die Schlaufe relativ klein ist.

Schritt 4:

Nun legen wir die Quetschhülse in eine geeignete Quetschhülsenzange und drücken zu.

WICHTIG: Das Zudürcken der Quetschhülse muss an einem Stück passieren. Wenn man die Quetschhülse im Nachhienen nochmals ansetzt und nochmals zudrückt, verliert die Verbindung ihre Tragkraft. Sollte also das Quetschen nicht beim ersten Mal funktionieren, lieber das ganze nochmal abschneiden und neu aufbauen.

Schritt 5:

Nun legen wir den Drilling samt dem Vorfachstück neben unseren Gummifisch, um die richtige Länge abzumessen.

Der Drilling sollte im hinteren Teil des Gufis angebracht werden, darf aber den Einsaugteller (Schwanz) des Gufis nicht behindern.

Haben wir den Drilling richtig positioniert, wickerln wir das Vorfach einfach einmal um die Hakenöse.

Dadurch erhalten wir einen leichten Knick im Vorfachmaterial, der beim nächsten Schritt sehr hilfreich ist.

Schritt 6:

Nun schieben wir eine weitere Quetschhülse auf das Vorfachmaterial und schieben das zweite Ende erneut durch die Quetschhülse. Nun entsteht wieder eine Schlaufe. Der Scheitelpunkt der Schlaufe ist nun der leichte Knick in unserer Schnur. Die Schlaufe sollte so groß sein, dass sie gerade noch über das Jighakenöhr passt.

Nun noch kurz die Quetschhülsenzange angesetzt und fertig ist unser Angstdrilling.

Schritt 7:

Mit einer Ködernadel ziehen wir nun das Vorfach, welches am Angstdrilling befestigt ist, von unten durch den Köderfisch und schieben die Schlaufe über das Hakenöhr.

Nun sieht man auch warum es wichtig ist, dass die Schlaufe nur gering größer ist als das Hakenöhr. Wenn die Schlaufe bedeutend größer wäre, würde sie leicht vom Öhr rutschen.

Sobald man den Gufi nun mit einem Wirbel am Jighaken in das Blinkerforfach einhängt, wird der Angstdrilling nochmals gesichert und es ist unmöglich, dass er sich bei einem Drill löst.

Nun noch viel Spaß beim nachbauen…

Rich Bitch

Zwei-Ruten Technik leicht gemacht

Folgendes Szenario: Wir stehen am Wasser, es ist „Welswetter“ und wir haben gerade auf die U-Pose ca. 20 fette Tauwürmer gezogen. Jetzt nur raus mit der Montage. Ein wurf und von den 20 Würmern sind noch genau 2 am Haken, die anderen sind irgendwo im Gewässer verstreut.
Was tun in solch einer Situatuion???

Wir verwenden die Zwei-Ruten Technik!!!

Wenn man diese Technick einmal beherrscht, ist sie sehr leicht und theoretisch auch alleine zu bewerkstelligen. Am Anfang empfehle ich allerdings, das ganze mit einer zweiten Person zu veruschen.

Wir benötigen einmal die Welsrute, mit der auch später gefischt werden soll und eine zweite Rute (Hilfsrute). Die zweite Rute muss kein hohes Wurfgewicht haben, sie sollte lediglich mit recht dünner (z.B. 0,25 mm), monofiler Schnur versehen sein.

  • Zuerst binden wir das Ende der monofilen Schnur der Hilfsrute zu einer Schlaufe und fädeln diese durch alle Schnurlaufringe.
  • Als zweites wird das Vorfach unserer U-Posen-, fixierten Kran- oder Knochenmontage aus dem Wirbel ausgehäng und bei Seite gelegt. In den Wirbel hängen wir nun die Schlaufe der Hilfsrute.
  • Jetzt kommt die zweire Person ins Spiel. Die zweite Person hält nun die Hilfrute und öffnet an dieser den Rollenbüge (gaaaaaaaaanz wichtig).
  • Sobald der Rollenbügel der Hilfrute geöffnet ist, wird mittels der Wallerrute das Blei (muss durchlaufen angebracht sein) dorthin geworfen, wo man später angeln möchte.
  • Platsch, das Blei trifft ins Wasser. Sobald das Blei abgesunken ist, fängt die Person mit der Hilfsrute an, die Schnur mit sehr viel Gefühl wieder auszukurbeln. Wichtig hierbei ist natürlich, dass der Rollenbügel der Wallerrute geöffnet ist.
  • Langsam aber sicher kommt der Wirbel der Wallerrute wieder an Land. In diesem wird nun das beköderte Vorfach eingehängt und die Schlaufe der Hilfsrute ausgehängt. Ebenfalls mit gefühlvollen Kurbelumdrehungen (an der Rolle der Wallerrute) befördert man nun die Welsmontege zum Blei. Der Köder wurde vom Ufer ausgelegt, ohne diesen zu verlieren oder zu beschädigen.

Ob man sein Ziel erreicht hat, kann man bei der U-Pose sehen, wenn diese auf einem abtaucht. Bei Kran und Knochen sieht man das, wenn man die Montage wieder zu sich zieht.

Tips und Tricks: Das Blei bei dieser Technik dar ruhig etwas schwerer gewählt werden. 250 gr. bis 500 gr. ist keine Seltenheit. Man möchte ja schließlich das Blei bei der vielen Hin- und Herzieherei nicht von der Angelstelle ziehen, weil es zu leicht ist.

Natürlich kann man diese Technik auch mit der klassischen Grundmontage durchführen, doch besteht hier die Gefahr, dass sich das Vorfach bzw. der Haken beim rausziehen in einem Hindernis am Gund verfängt. Da bei der U-Posen-, fixierten Kran- oder Knochenmontage das Vorfah an der Oberfläche schwimmern, passiert dies nur selten.

viel Spaß beim ausprobieren…

Rich Bitch