Welsmontagen und ihre Einsatzgebiete

Wohl keine Montagen in der modernen Angelfischerei sind so aufwendig und oft auch kompliziert, wie die Montagen auf Wels / Waller.

Deshalb hier eine kleine Erläuterung der gängigsten Montagen.
(Erweiterungen werden folgen)

Prinzipiell kann man die Montagen in zwei Bereiche unterteilen.

Die Oberflächenmontagen und die Grundmontagen.

Es gibt aber auch sehr viele Sonder- bzw. Mischformen.

ANMERKUNG:

Auch wenn es hier beschrieben ist, ist das Fischen mit lebenden Wirbeltieren

(Köderfischen) in Deutschland verboten.

Oberflächenmontagen:

Normale Posenmontage

Aufbau und Materialien:

Hier wird wie bei der Posenangelei auf Hecht, Forelle usw. eine gestoppte Pose auf die Hauptschnur montiert. Bei der Welsfischerei werden meistens Durchlaufposen verwendet, es gibt aber auch sog. Wagglerposen. Die Tragkraft der Pose variiert von 60 gr. Tragkraft bis 400 gr. Tragkraft. Wichtige Faktoren bei der Wahl der Tragkraft sind u.a. Ködergröße, ob mit lebendem oder totem Köder geangelt wird und Strömungsverhältnisse. Je mehr Strömung, desto mehr Blei wird benötigt um den Köder auf die Gewünschte Tiefe zu bringen, desto größer muss also auch die Pose ausfallen. Das Blei variiert also ebenfalls. Es kann von 40 gr. bis 250 gr. (je nach Posengröße) verwendet werden.

Einsatzbereiche:

Die normale Posenmontage kann zum stationären (klassischen) Posenangeln verwendet werden, wobei hier der Köder geworfen bzw. mit einem Boot oder Köderboot ausgelegt wird. Außerdem kann diese Montage zum Driftfischen eingesetzt werden. Das Driftfischen geschieht vom Boot. Man lässt sich einfach mit der Strömung (eines Flusses) treiben und fischt die Montagen um das Boot herum, oder auch direkt am Boot. Wahlweise kann das Driftfischen mit dem sog. Klopfen kombiniert werden. Hierbei wird während des Driftens mit einem speziellen Wallerholz auf die Wasseroberfläche geklopft, um die Welse anzulocken.Auch ist es möglich die Posenmontage am Sideplaner zu fischen. Ein Sideplaner ist ein Scherbrett, welches den druck des Wassers ausnützt um den Köder in der Strömung zu halten.

Kranmontage

Aufbau und Materialien:

Der Aufbau der Kranmontage benötigt etwas Vorbereitung. Das etwas komisch anmutende Konstrukt, Kran genannt, dient dazu einen lebenden Köderfisch (sich nicht bewegende Köder am Kran machen wenig Sinn) direkt an bzw. unmittelbar unter der Wasseroberfläche anzubieten.Hierbei wird eine Styroporkugel dezentral (etwas mehr auf einer Seite des Rohrs als auf der anderen Seite) auf ein Kohlefaserrohr gesteckt (siehe Abbildung). An der kürzeren Seite des Rohrs wird ein Blei mit ca. 150 gr. bis 500 gr. (kommt auf die Kranlänge, Position der Styroporkugel und auf die Größe der Köfis an) befestigt. Durch das Rohr wird die Hauptschnur gefädelt, sodass man am längeren Ende der Rohrs einen großen Wallerwirbel anbinden kann. Die Schnur muss dabei vor den Kannten des Rohrs geschützt werden.Aquariumschlauch wird dafür sehr oft verwendet.In den angebrachten Wirbel wird nun ein Vorfach eingehängt, welches auch wiederum auf die Länge des Knochens bzw. dessen Winkel im Wasser angepasst wird, sodass der Köfi verführerisch auf bzw. unmittelbar unter der Wasseroberfläche spielt.

Einsatzbereiche:

Die Kranmontage kann man vom Boot oder vom Ufer angeln. Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Montage prinzipiell nicht geworfen werden kann und frei herumtreibt. Um den Kran an einer stelle im Gewässer zu fixieren, kann man vor den Kran ein Blei (ca. 200 gr.) auf die Hauptschnur ziehen. Dadurch kann der Kran nicht mehr treiben. Bei vorgeschaltetem Blei kann die Kranmontage mittels „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte) auch geworfen werden.

Wichtig: Um diese Montage mit der  „zwei Ruten-Technik auszulegen, muss vor dem Kran nochmals ein Wirbel angebracht werden, wo dieser dann eingehängt wird.

Grundmontagen:

Normale Grundmontage:

Aufbau und Materialien:

Diese Montage kommt sehr nahe an die Grundmontage heran, die auch z.B. zum Aal- oder Karpfenfischen verwendet wird. Sie besteht aus einem Grundblei (meist 100 gr. bis 500 gr.), das auf einem Seaboom montiert wird, welcher wiederum auf die Hauptschnur geschoben wird. Anschließend noch eine Shockabsorber-Perle auf die Hauptschnur und diese dann an einen starken Wallerwirbel geknotet. Das Vorfach besteht wie bei allen anderen Welsmontagen aus einem ca. 1mm dickem Kevlar-, Dyneema- oder Monomaterial und ist in der Länge sehr variabel.

Einsatzbereiche:

Die Normale Grundmontage kann eigentlich so gut wie überall eingesetzt werden. Der Gewässergrund sollte aber nicht unbedingt von versunkenen Olivenhainen (Rio Ebro in Spanien) übersäht sein. An der Grundmontage kann die komplette Köderpalette gefischt werden, die beim Welsangeln zum Einsatz kommt. Lebender oder toter Köfi, Tintenfisch, Tauwurmbündel, Hühnerdärme, Maulwurfsgrille und Blutegel, um nur ein paar der fängigsten Köder zu nennen. Außerdem wird diese Montage vor allem am Po in Italien zum sog. Schleifen eingesetzt. Hierbei wird der Köder (meist lebender Köderfisch) während dem Driftfischen hinter dem Boot am Grund geschliffen, um auch noch müde Welse zum Biss zu animieren. Diese Methode ist allerdings mit sehr vielen Hängern verbunden und kann zu einer richtigen Materialschlacht werden. Mit einem besonderen Haarvorfach (wie wir es aus der Karpfenszene kennen, nur größer) kann die Grundmontage auch zum Fischen mit Pellets auf Wels eingesetzt werden. Diese Montage kann sehr gut geworfen werden.

Unterwasserposenmontage:

Aufbau und Materialien:

Die Unterwasserposenmontage ist im Grunde genommen nur eine Weiterentwicklung der Grundmontage. Der Aufbau der eigentlichen Montage bleibt bestehen, es ändert sich lediglich der Aufbau des Vorfaches. Das Vorfach bei der U-Pose (wie die Unterwasserpose auch genannt wird) ist bedeutend länger als bei der Grundmontage. Längen von 1 m bis 2,5 m sind oft keine Seltenheit. Auf das Vorfach wird ein Auftriebskörper montiert und ca. 10 cm bis 15 cm vom Haken entfernt fixiert. Das ist im Grunde schon alles. Im Normalfall verwendet man Auftriebkörper von ca. 200 gr. Tragkraft und Bleie mit einem Gewicht von 300 gr. Das Blei muss immer schwerer sein, wie die U-Pose an Tragkraft verfügt. Der Köder wird durch den Auftrieb der U-Pose gehindert, sich am Grund in einem Hindernis festzusetzen.

Einsatzbereiche

Der U-Posenmontage kann prinzipiell überall dort gefischt werden, wo die Grundmontage auch gefischt wird. Ihre eigentliche Stärke liegt allerdings in der Flussangelei, aber auch zum Schleifen (siehe Einsatzbereiche der Gundmontage) wird sie eingesetzt. Im Gegensatz zur klassischen Grundmontage kann diese Montage mit der „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte) ausgebracht werden.

Knochenmontage:

Aufbau und Materialien:

Die Knochenmontage benötigt, wie die Kranmontage eine gewisse bastlerische Vorbereitung. Die Montage selbst ähnelt der Kranmontage, doch wird der sog. Knochen nicht extra mit Blei beschwert. Der Knochen besteht aus einem Kohlefaserrohr (ca. 2 m Länge), auf dem an beiden Seiten eine Styroporkugel montiert und fixiert ist. Beim Bau des Knochens ist der Bastler gefragt und somit gibt es zig Varianten, wie man diesen baut. Zuerst wird ein Grundblei (200 gr. bis 500 gr.) mit Hilfe eines Seabooms auf die Hauptschnur gefädelt, dann der Knochen, eine Shockabsorber-Perle und anschließend wird der Wirbel angeknotet. In den Wirbel wird das Vorfach eingehängt, welches aber auf keinen Fall länger sein darf, wie der Knochen lang ist.

Einsatzbereiche:

Der Knochen kann prinzipiell überall dort gefischt werden, wo die Grundmontage auch gefischt wird. Es ist allerdings zu bedenken, dass aufgrund der geringen Tiefe der Köderpräsentation (nur vorfachtief), diese Montage über einem 25 m Loch nicht wirklich effektiv ist. Vor allem in starker Strömung kann es sein, dass das Blei aufgrund des hohen Wasserwiderstandes des Knochens nicht den Gewässergrund erreicht. In solch einem Fall muss man natürlich, um den Knochen zu fixieren, das Blei etwas schwerer wählen. Nach dem Auswerfen muss in jedem Fall das Blei den Gewässergrund erreichen, bevor man anschließend die Schnur ein wenig strafft, um den Wirbel bis zum Knochen zu ziehen und dadurch den Knochen zu fixieren. Das Ausbringen geschieht mittels Boot oder der „zwei Ruten-Technik“ (siehe Anleitung unter Berichte).

Wichtig: Um diese Montage mit der  „zwei Ruten-Technik auszulegen, muss vor dem Knochen nochmals ein Wirbel angebracht werden, wo dieser dann eingehängt wird.

Sonder- und Mischformen:

Abrissmontage auf Grund:
Aufbau und Materialien:

Der Aufbau dieser Montage ist prinzipiell derselbe wie bei einer U-Posenmontage. Einziger Unterschied ist die Beschwerung. Diese geschieht nicht wie bei der U-Posenmontage mit einem Blei, sondern mit einem Stein von ca. 2 kg bis 7 kg. Der Stein wird mittels einer Reißleine (monofile Schnur mit 0,20 mm bis 0,40 mm Durchmesser) an den Seaboom gebunden. Nach dem Ausbringen der Montage wird die Schnur unter Spannung gesetzt und die Rute, mit fast geschlossener Rollenbremse, in einen speziellen Bojen- bzw. Brandungsrutenhalter abgelegt. Beißt nun ein Wels an, so hakt er sich aufgrund des Steines selbst und sprengt die Reißleine. Durch das Zurückschnellen der Rutenspitze wird der Anhieb ganz automatisch gesetzt (man sollte nur schnell genug an der Rute sein)

Einsatzbereiche:

Prinzipiell besitz die Abrissmontage auf Grund, bis auf das Schleifen, dieselben Einsatzbereiche wie die U-Posenmontage. Ein großer Vorteil der Abrissmontage auf Grund gegenüber der U-Posenmontage ist, dass sie auch bei sehr starker Strömung gefischt werden kann. Wenn die Schnur zusätzlich 2 m bis 3 m nach der Rute nun noch zum Gewässergrund abgesenkt wird, kann man diese Montage sogar an Flussabschnitten einsetzten, an denen ein reger Bootsverkehr herrscht, ohne die Boote zu behindern. Ein Boot zum Ausbringen ist hierbei unumgänglich.

Abrissmontage mit Pose:

Aufbau und Materialien:

Bei der Abrissmontage mit Pose benötigen wir einen Gegenstand im Wasser oder am Ufer, an dem wir unsere normale Posenmontage anbinden können. Das Anbinden geschieht wiederum über eine Reißleine. Diese wird entweder an einer extra hierfür an der Pose angebrachten Öse angebunden, oder in einen, oben und unten gestoppten Wirbel, auf der Hauptschnur, über der Pose, eingehängt. In der heutigen Zeit ist allerdings die klassische Reißleine nicht mehr in Mode und man verwendet sog. Bojenclips. In diesen Clips wird die Hauptschnur schonend eingeklemmt. Wie bei der Abrissmontage auf Grund wird nach dem Auslegen der Montage die Schnur gespannt, um denselben Effekt zu erzielen wie bei der Abrissmontage auf Grund. Doch nicht immer hat man einen Gegenstand im Wasser an der gewünschten Stelle, an dem man die Reißleine anbringen kann. Deshalb verwendet man sog. Bojen, wo die Reißleine angebracht wird. Die Boje ist oft ein einfacher 10 l Wasserkanister, der mit einem Seil und einem schweren Stein oder einem anderen Gewicht im Gewässer platziert wird.

Einsatzbereiche:

Die Bojenmontage wird gerne in hindernisreichem Terrain gefischt, da der Köder ohne Grundkontakt der eigentlichen Montage gut an einer Stelle fixiert werden kann. Vor allem in Flüssen wird diese Montag verwendet, um den Köder lange Zeit an einer Stelle anzubieten und dadurch den ein oder anderen Wels aus der Reserve zu locken. Ein Boot zum Ausbringen ist hierbei unumgänglich.

… So das wars jetzt erstmal.

Die es immer wieder Weiterentwicklungen bzw. Neuheiten gibt, wird dieser Montagebericht öfter mal aktualisiert.

Rich Bitch

6 Antworten zu “Welsmontagen und ihre Einsatzgebiete

  1. Hi Maxi!
    Vielen Dank für deinen Beitrag.
    Du hattest bestimmt viel Arbeit mit den ganzen Zeichnungen und mit der Zusammenstellung der einzelnen Angelvarianten.
    Ich denke da werden sich viele Leute Anregungen/Anleitungen raussuchen können.
    Tight Lines!
    Michael

  2. Super Seite sehr hilfreich

  3. Das war ein Super-Beitrag !
    Genau dies hatte ich gesucht.
    Vielen Dank für Deine Anregungen bezüglich den Welsmontagen.

    LG franz

  4. Super Beitrag. Echt hilfreich!

    LG

    Christine

  5. Super gemacht, Echt Hilfreich,
    gibt’s vielleicht schon was neues
    in Sachen Montagen.
    Danke Michl

  6. Hi, Super Seite, habt euch viel Mühe gegeben. Die Kran – Montage kannte ich noch nicht, werds ausprobieren sobald es dieses Jahr endlich zum Waller angeln ans Wasser geht! Euch allen ein Super Jahr – Petri Heil!

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